Schnelleinsatzgruppen der Wasserwacht
Die Schnelleinsatzgruppen (SEG) der Wasserwacht sind eine Kernkomponente des Wasserrettungsdienstes in Deutschland. Sie werden bei Notfällen im und am Wasser alarmiert und setzen sich ausschließlich aus speziell geschulten Wasserwachtmitgliedern zusammen. Die ehrenamtlichen Helfer können zu jeder Tages- und Nachtzeit von der Rettungsleitstelle über Funkmeldeempfänger ("Piepser") alarmiert werden und fahren von der Rettungswache aus gemeinsam zum Einsatzort.
Die häufigsten Einsatzarten stellen die Rettung von Personen aus fließenden oder stehenden Gewässern, die Rettung von ins Eis eingebrochenen Personen, Totenbergungen aus Gewässern, die Suche nach vermissten Personen im und am Wasser, sowie die Bergung von Fahrzeugen und Gegenständen aus dem Wasser dar.
Mitglieder einer Schnelleinsatzgruppe sind neben der Ausbildung zum Rettungsschwimmer auch zum Wasserretter ausgebildet. Diese Ausbildung umfasst neben der Erste Hilfe Ausbildung die Ausbildung zum Sanitäter (SAN A+B) und auch einen wasserwachtspezifischen Sanitätskurs. Außerdem haben sie eine Einweisung in den BOS-Funk und das Medizinproduktegesetz erhalten. Viellerorts werden auch Defibrillatoren (AED) eingesetzt, deren Anwendung eine zusätzlich Ausbildung erfordert.
In vielen Fällen sind die Mitglieder von Schnelleinsatzgruppen auch zusätzlich zum Motorbootführer, Rettungstaucher, Rettungsdiensthelfer oder Rettungssanitäter ausgebildet.
Ausgerüstet sind die Schnelleinsatzgruppen mit Einsatzfahrzeugen, Motorrettungsbooten und Spezialausrüstung für den Wasserrettungsdienst (Neoprenanzüge, Luftflaschen, Rettungsbojen und Wurfsäcke, Eisrettungsschlitten, Rettungswesten, Handfunkgeräte usw.).
2005 führte die Wasserwacht rund 50 Prozent der Wasserrettungseinsätze in Deutschland durch.