Von der Hochwasser-Strömung fortgerissen
So, 01. Mär 2009, Hahnbach
Veranstalter: Wasserwacht Ortsgruppe Hahnbach

66 Teilnehmer beim 30. Hahnbacher Winterschwimmen in den Fluten der Vils - Nach zwei Kilometern am Ziel
Das 30. Hahnbacher Winter-Vilsschwimmen mutierte am Sonntag zu einer regelrechten Frühjahrshochwasser-Veranstaltung. Denn die Vils war vielfach über die Ufer getreten bei neun Grad Außentemperatur und einem vier Grad "warmen" Badewasser. Auch der Kreisverbandsvorsitzende des Bayerischen Roten Kreuzes, der Sulzbach-Rosenberger Bürgermeister Gerd Geismann, war gekommen, um dieses 30-jährige Jubiläum hautnah mitzuerleben.
Schon die "Schnapszahl" 66 bei den Teilnehmern von zwölf Wasserwacht-Gruppen versprach den Hauch des Besonderen. Nachdem die Veranstaltung am Dreikönigstag wegen Eis auf der Vils auf den ersten Märztag verlegt worden war, hieß es nun "Land unter" beim Start bei der Vilsbrücke. Gleich von der Straße weg ging es direkt in die Fluten.
Gut gelaunt sprangen die Teilnehmer in die Fluten der Vils. Einige eifrige wurden beim Startschuss durch Hahnbachs Wasserwachts-Vorsitzenden Daniel Weidner durch die Strömung regelrecht fortgerissen in Richtung Kümmersbuch. Das Ziel war wieder nach gut zwei Kilometern Schwimmstrecke beim Kickenweiher. Diejenigen, die sich paddelnd als "Vorhut" auf den Weg gemacht hatten, kamen schon nach einer knappen halben Stunde bei der "Zielleiter" an - und wurden per Handschlag persönlich begrüßt von Gerd Geismann und Daniel Weidner.
Die Leute von Feuerwehr und dem Roten Kreuz halfen beim aus dem Wasser heraus und versorgten die teilweise "leicht erschöpften Wasserfrösche" mit heißem Tee. Nach dem kalten Abspritzen durch die Feuerwehrleute ging es dann ab zur heißen Dusche ins Hallenbad.
Schirmherr war schon bei erstem Hahnbacher Vilsschwimmen dabei!
Seit dem legten in den vergangenen Jahren bei dieser Traditionsveranstaltung insgesamt weit über 600 Teilnehmer rund 4000 Kilometer in der Vils zurück. Bei der Siegerehrung im Rittersaal wurde bekannt gemacht, dass der BRK-Kreisverbandsvorsitzende und erste Bürgermeister von Sulzbach-Rosenberg, Gerd Geismann, selbst aktiver Schwimmer beim ersten Hahnbacher Winter- Vilsschwimmen war. So hatte er auch besonders gerne die Schirmherrschaft über die diesjährige Jubiläumsveranstaltung zum 30-Jährigen übernommen. Dies und den großen Zusammenhalt innerhalb der Wasserwacht betonte er auch in seinem Grußwort. Mit solchen Veranstaltungen wollten die Wasserwacht-Leute ihre Fitness und die stete Einsatzbereitschaft nach außen hin demonstrieren, meinte Geismann. Besonderer Dank gelte dem engagierten Veranstaltungsleiter Daniel Weidner und der gesamten Ortsgruppe Hahnbach für die Durchführung dieses traditionellen Schwimmereignisses. Weidner überreichte Geismann als Dank für die Übernahme der Schirmherrschaft einen Ehrenpokal. Der Ehrenvorsitzende des HKA Hahnbach, Manfred Kurz, dankte der WW Hahnbach, deren Ehrenmitglied er ist, im Namen des Kulturausschusses für deren tolle Arbeit. Vor dreißig Jahren sei das erste Schwimmen in der winterlichen Vils mehr einem Umwelt- Gedanken entsprungen, verriet Kurz. Die Medaille, die er damals als Teilnehmer erhalten hatte, überreichte er Weidner zur Erinnerung, so zu sagen als Jubiläumsgeschenk. Lobend äußerte sich über die Hahnbacher Wasserwacht auch der stellvertretende Landesvorsitzende Oliver Mignon und ging noch kurz auf die künftige Qualitätssicherung bei der WW-Arbeit ein. Ortsgruppenvorsitzender Weidner dankte der BRK Bereitschaft Hahnbach und Frau Doktor Hecken-Emmel für den Sanitätsdienst, der erfreulicherweise nicht benötigt wurde. Dank galt auch der FF Hahnbach und Hausmeister Josef Rauch für deren Hilfe sowie den Ortsgruppen Auerbach und Vilseck-Sorghof, die ihre Busse zur Verfügung gestellt hatten. Ehe er mit Geismann zusammen die Siegerehrung vornahm, dankte Weidner noch allen Mitgliedern seiner eigen Ortsgruppe für deren Arbeit im Rahmen der Gesamtorganisation. Besondere Grüße galten Peter Batek, dem Vorsitzenden der Kreiswasserwacht AM-SUL und dem Ehrenvorsitzenden der Hahnbacher Wasserwacht, Erwin Stubenvoll. Insgesamt seien, so OG-Vorsitzender Weidner,diesmal 68 Teilnehmer im Wasser gewesen, 18 Damen und 48 Herren. Den ersten Platz belegte die Ortsgruppe Hirschau mit insgesamt 16 Teilnehmern (4 Damen 12 Herren) vor der Ortsgruppe Amberg mit neun (4/5) und der Ortsgruppe Vilseck-Sorghof mit acht (2/6) Schwimmern. Es folgten die OG’s Nittenau, Rieden, der erstmals teilnehmende Sporttauchclub Oberpfalz, Sulzbach-Rosenberg, Berg, die ebenfalls erstmalig teilnehmende FF Hahnbach und der älteste Teilnehmer Klaus Penneter von der DLRG München. Für alle gab es Urkunden und T-Shirts, für die drei ersten Teams Pokale.
Manfred Prasse (Amberger Zeitung)